Frieden beginnt nicht erst auf internationaler Ebene – sondern dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

10. September 2026
Am Freitag, 4. September, fand in der Bibliothek Brehm im Residenzschloss Bad Arolsen das erste regionale Treffen des World Peace Clubs Waldeck-Frankenberg statt.
Die Initiative „Weltfriedensabkommen zwischen Weltbürger/-innen“ stellte ihre Idee vor und lud dazu ein, über lokale Möglichkeiten für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sprechen. Im Mittelpunkt standen Fragen wie:
- Wie können World Peace Clubs regionale Anlaufstellen für Friedensarbeit werden?
- Welche konkreten Projekte können wir vor Ort entwickeln?
- Wie lässt sich eine globale Friedensbewegung mit lokalem Engagement verbinden?
- Was können wir als Einzelne zu einer Kultur des Dialogs und der Gewaltfreiheit beitragen?
Getragen wird die Initiative unter anderem vom Demokratie-Forum Waldeck-Frankenberg, dem Aktionskreis Mehr Demokratie Nordhessen-Kassel und Gaiamocracy e.V. Das Weltfriedensabkommen versteht sich als zivilgesellschaftliches persönliches Bekenntnis zu Frieden, Menschenwürde, Demokratie, Solidarität und einem respektvollen Zusammenleben – über Grenzen, Religionen und Identitäten hinweg.
Ich freue mich, als Unterzeichner des Abkommens dabei zu sein. Gleichzeitig gehört für mich zu einer ernsthaften Friedensarbeit auch die Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung. Nicht alle zehn Punkte sehe ich bereits in ihrer jetzigen Form kritiklos.
Besonders Artikel 8 zum Recht auf Selbstverteidigung sollte meiner Ansicht nach enger und eindeutiger gefasst werden. Selbstverteidigung darf nicht als pauschale Rechtfertigung für unverhältnismäßige Gewalt verstanden werden. Wenn beispielsweise in Teilen der USA das unerlaubte Betreten eines Grundstücks als Anlass genommen werden kann, einen Menschen zu erschießen, widerspricht das meinem Verständnis von Verhältnismäßigkeit und einem konsequenten Schutz des menschlichen Lebens. Im Weltfriedensabkommen ist zwar ausdrücklich von einer „unmittelbaren, verhältnismäßigen Selbstverteidigung“ die Rede – gerade deshalb sollten die Grenzen und Bedingungen dieses Rechts noch klarer benannt werden.
Für mich ist das kein Widerspruch zur Unterstützung des Abkommens, sondern Ausdruck gelebter Demokratie: Wer für Frieden eintritt, muss auch über die eigenen Grundsätze sprechen, Unklarheiten benennen und gemeinsam nach besseren Formulierungen suchen.
Diese Haltung verbindet sich unmittelbar mit meinem eigenen Engagement:
- im Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg,
- bei der Unterstützung der Veranstaltung „Erntedank der Vielfalt“ der Omas gegen Rechts,
- in meinen eigenen Programmen zur Demokratiebildung,
- sowie in meiner Arbeit an partizipativen Dialogen, Beteiligungsprozessen und lokalen Entwicklungsprojekten.
In meiner Arbeit geht es immer wieder darum, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und demokratische Mitwirkung konkret erfahrbar werden zu lassen. Genau hier können regionale World Peace Clubs ansetzen: nicht als fertige Antwort, sondern als Einladung zum Austausch, zur Zusammenarbeit und zum praktischen Handeln.
Die Kampagne startete am 21. März 2026 in der Bibliothek Brehm. Bis Ende des Jahres sollen 1.000 Menschen das Weltfriedensabkommen unterzeichnen. Aktuell gibt es nach Angaben der Initiative rund 150 Unterzeichner/-innen.
Wer sich informieren, mitdiskutieren oder selbst aktiv werden möchte, findet das Abkommen unter: worldpeaceagreement.org
Frieden braucht Haltung – aber ebenso Dialog, Kritikfähigkeit und konkrete Schritte vor Ort.
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